Emirates bringt ab morgen B777 «Game Changer» nach Wien

Mit der "Game Changer"-Variante möchte man den Komfort von Airbus A380 und Boeing 777 bei Emirates weiter annähern — Symbolfoto: GF / Austrian Wings Media Crew

Per 1. Dezember 2018 setzt Emirates auf ihrer zweiten täglichen Wien-Verbindung eine neu gestaltete Version der Boeing 777-300 ER ein, und nennt dieses Produkt "Game Changer". Austrian Wings hat sich angehört, was der Middle East Carrier damit tatsächlich verändern möchte.

Noch immer ist es der Airbus A380, mit dem Emirates in Wien Maßstäbe setzt, ist die Gesellschaft überzeugt — denn, so Martin Gross, Direktor Emirates Österreich: "Nach wie vor buchen viele Kunden, weil sie tatsächlich gerne mit dem A380 fliegen möchten!"

Damit der Kontrast zur kleineren Maschine — aktuell betreibt Emirates ausschließlich A380 und Boeing 777 — nicht zu signifikant ausfällt, bringt die Airline nun den "Game Changer" ins Rennen. Am morgen hebt eine solcherart konfigurierte "Triple Seven" auch nach beziehungsweise aus Wien ab. "Mit der neu gestalteten Inneneinrichtung wollen wir einen Push nach oben geben", sagte Gross heute Vormittag im Rahmen eines für Fachjournalisten anberaumten Termins.


Emirates lud zum Fachgespräch — Foto: R. Erenstein / Austrian Wings Media Crew

Drei europäische Destinationen gibt es bereits, die von einem "Game Changer" angeflogen werden: Brüssel, Genf und Stansted. Wie auf sämtlichen Europaverbindungen üblich, kommt die Emirates-typische Drei-Klassen-Konfiguration zum Einsatz. Die Kapazität unterscheidet sich nur geringfügig zur bisherigen Emirates-777. So stehen 306 Economy-Plätze zur Verfügung (- 4) und es gibt 6 First Class Suiten (- 2). Die Business Class bleibt mit 42 Plätzen unverändert.

First (Class) Come, First (Class) Served
Eine auffällige Änderung gibt es bei den First Class Suiten. Während diese in den A380-Maschinen mit Wänden in Stehhöhe abgetrennt sind, gibt es im "Game Changer" komplett abgeschlossene Abteile. "Es ist ein kleines Apartment", fasst Gross zusammen. In den Mittelsuiten, die keine direkte Aussicht nach draußen bieten, gibt es Bildschirme, auf denen das Panorama per Kamera zugespielt wird. Ein kleiner Schritt in Richtung fensterlose Flugzeuge? Dies ist schließlich eine bereits oftmals laut überlegte Zukunftsvision, die nach Expertenmeinung die Maschinen aerodynamischer und treibstoffsparender machen und zudem größere Flughöhen zulassen könnte. Auch bei Emirates ist man einem solchen Gedankengang nicht abgeneigt und will derartige Visionen — fast sprichwörtlich — am Schirm behalten.

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In der First Class steht für jeden Passagier eine eigene Mini-Suite zur Verfügung. 6 davon gibt es in den Boeing 777-300ER "Game Changer". — Foto: Emirates

Neben dem großzügigen Platzangebot dürfen sich First Class Passagiere auch über Amenity Kits freuen, die gleichermaßen einen Hauch von Luxus vermitteln. Nicht zuletzt dank eines Pyjamas, dessen Stoff sogar feuchtigkeitsspendende Eigenschaften haben soll. "Wie das jedoch funktioniert, habe ich selbst noch nicht ganz verstanden", schmunzelt der Emirates Österreich Direktor. Doch auch bei den nützlichen Utensilien möchte die Fluggesellschaft auf Premiumprodukte setzen: "Es gibt nichts, was Airlines so oft wechseln wie Amenity Kits. Aber auch hier gehen wir deutlich auf Qualität und wollen uns mehr und mehr als Qualitätscarrier positionieren", erklärt Gross.


Das Amenity Kit für First Class Passagiere ist reichhaltig bestückt — Foto: R. Erenstein / Austrian Wings Media Crew

Auch ab Österreich sei die First Class Buchungslage durchwegs gut, bekräftigt man seitens Emirates, nannte jedoch adhoc keinen Auslastungsfaktor. Es seien in erster Linie Privatkunden, die sich diesen fliegerischen Luxus gönnen, den es — wie man uns auf Nachfrage erläutert — ab zirka € 4.000,00 Euro Aktionspreis für eine Wien — Dubai — Wien Rotation gibt. Natürlich sind es aber auch immer wieder Upgrades, wodurch Passagiere in den Genuss ihres privaten Mini-Apartments kommen. Übrigens: zu einer "Doppelkabine" zusammenlegen lassen sich, anders als bei anderen Carriern, die Emirates-Suiten nicht.

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Big Business
Einige Innovationen gibt es auch in der "Game Changer"-Business Class. Neben einer neuen Farbgestaltung der Sitze wurden diese von terrestrischen Premiummarken inspiriert. Material und Design sind an die S-Klasse-Modelle aus dem Haus Mercedes angelehnt. Das Inflight Entertainment punktet nicht nur mit einem außergewöhnlich großen Bildschirm, sondern auch einem als Tablet-PC ausgeführten Steuer-Panel. Zusätzlich ist in jeden Business Class-Sitz auch eine Minibar integriert.


Mini-Bar inklusive: die neuen Business Class Sitze orientieren sich am Mercedes S-Klasse-Design. — Foto: Emirates

Inter-nette Economy
Überraschenderweise sieht man jedoch bei Emirates ausgerechnet die Economy Class als besonders Zugpferd. "Wir glauben, dass diese Klasse eines unserer stärksten Produkte darstellt. Schließlich reisen auch die meisten Kunden Economy", resümiert Martin Gross. Auch hier finden sich großzügige Bildschirme, und alle Gäste erhalten limitierten WLAN-Internetzugang: während für Business- und First Class-Passagiere die Drahtlosverbindung uneingeschränkt inkludiert ist, gibt es für "Eco"-Reisende zunächst 20 MB kostenfreies Datenvolumen. Danach steht weitere Verbindung gegen Gebühr zur Verfügung. "Das Internet wird vor allem von Familien mit Kindern gelobt", verrät Gross. "Darüber hinaus gibt es viel positives Feedback von Vielfliegern zu den Sitzen und dem Bordunterhaltungssystem."


Auch für Economy-Passagiere bietet Emirates in kleinem Umfang kostenfreies Internet an — Foto: Emirates

Bestes Emirates-Sales-Team kommt aus Österreich
Feedback erhielt die Wiener Repräsentanz der Gesellschaft kürzlich auch direkt aus Dubai — so durfte sich das Team um Commercial Manager Elisabeth Zauner über den "Chairman’s Award For Sales Excellence" in der Kategorie "Bestes Team" freuen.

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Auszeichnung für das Wiener Sales-Team — Foto: R. Erenstein / Austrian Wings Media Crew

A380 im Doppelpack nach Wien?
Anlässlich der A380-Österreichpremiere kündigte Martin Gross bereits vor knapp zweieinhalb Jahren gegenüber Austrian Wings das Ziel an, beide Wien-Verbindungen künftig mit dem zweistöckigen Großraumjet bedienen zu wollen. Daran ändert auch die jetzt bevorstehende Inbetriebnahme des B777 "Game Changers" nichts, wie er uns nochmals bekräftigte: "Der zweite A380-Flug muss auch weiterhin das Ziel sein, und wird sicherlich kommen, sobald wir sehen, dass die Nachfrage da ist." Die wird im Moment etwa dadurch gebremst, dass etwa für die nachmittägliche Anschlussverbindung Dubai — Wien nicht ausreichend Passagierkapazität zur Verfügung steht. "Unter Umständen werden wir hier zeitlich noch etwas verschieben, um die Attraktivität zu steigern", überlegt Gross.

Unterm Strich sieht der Middle East Carrier die Einführung der Boeing 777 "Game Changer" nicht als Revolution, aber im Sinne eines "deutlichen Zeichens für Qualitätssteigerung", so Martin Gross, und verkündet: "Das ist mit Sicherheit nicht das Ende!"

Weitere Fotoimpressionen:


First Class — Foto: Emirates

First Class — Foto: Emirates

First Class — Foto: Emirates

Business Class — Foto: Emirates

Economy Class — Foto: Emirates

(red Aig)